Elektroschocker

Die Möglichkeiten, sich für eine Selbstverteidigung zu wappnen, sind vielfältig. Eine simple und immer beliebtere Methode ist dabei der Elektroschocker. Denn mit diesem leicht zu bedienenden Gerät können sowohl tierische als auch menschliche Angriffe einfach und effektiv abgewehrt werden, ohne dabei dem Angreifer schweren gesundheitlichen Schaden zuzufügen.

Was sind Elektroschocker und wie funktionieren sie

Die Bezeichnungen für Elektroschocker sind vielfältig. Man findet sie unter den Namen E-Schocker, Elektroimpulswaffen oder Elektroschockgerät. Doch gleich welche Bezeichnung, die Wirkungsweise ist immer die selbe. Es handelt sich bei ihnen um kleine, kompakte Geräte, die vom Design einem Elektrorasierer ähneln und gut in der Hand liegen. Am oberen Ende befinden sich zwei Kontaktstifte, die elektrische Impulse mit einer hohen Spannung erzeugen. Kommen diese Kontaktstifte in Berührung mit einem Mensch oder einem Tier, lösen die elektrischen Impulse starke und sehr schmerzhafte Muskelkrämpfe sowie Lähmungserscheinungen bei diesem aus und sorgen für einen kurzzeitigen Verlust der Kontrolle über die motorischen Fähigkeiten. Angreifer können so effektiv von einem körperlichen Angriff abgebracht und kurzzeitig handlungsunfähig gemacht werden, was die Chance für eine Flucht oder die Suche nach Hilfe ermöglicht. Die ausgesendeten Impulse sind nicht stark genug, um einen Menschen zu töten, reichen aber in den meisten Fällen aus, um den Angreifer von seinem Vorhaben abzubringen. Dabei hängt die Wirkungskraft stark von der Körperregion ab, an der der Elektroschocker eingesetzt wird. Besonders vulnerabel sind die Bereiche um Bauch und Hüfte sowie die Schultern. Erstere sind bei der Abwehr eines größeren Angreifers auch gut zu erreichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Dauer des abgegebenen Elektroschocks, denn je länger der Impuls den Angreifer trifft, desto schwerwiegender und länger anhaltend sind auch dessen Effekte.

Pro und Contra eines Elektroschockers zur Selbstverteidigung

Es gilt jedoch bei aller Wirksamkeit zu bedenken, dass ein Elektroschocker auch einige Nachteile mit sich bringt. So ist er eine reine Nahkampfwaffe, bei dessen Einsatz der Verteidiger sehr nahe an den Angreifer heran kommen muss, um einen Effekt zu erzielen. Zudem müssen beide Kontaktstifte den Angreifer berühren und das möglichst mehrere Sekunden lang. Geht man zimperlich und zu zaghaft an die Sache heran, kann die Verteidigung also leicht misslingen und der Angreifer den Versuch der Selbstverteidigung abwehren. Daher ist es ratsam, sich nach der Entscheidung für eine Anschaffung auch gut mit dem richtigen Umgang vertraut zu machen und gegebenenfalls einen speziellen Selbstverteidigungskurs zu belegen. Mittlerweile sind zwar auch Elektroschocker auf dem Markt, die dazu in der Lage sind einen Angreifer auch über eine gewisse Entfernung zu treffen. Diese so genannten Taser oder Elektroschockpistolen gelten in Deutschland aber als Distanzwaffen, weshalb ihr Erwerb und Besitz verboten sind.

Die Vorteile eines Elektroschockers liegen dagegen in seiner simplen Anwendungsweise. So kann ihn jeder unabhängig von Statur oder Fitnesszustand problemlos und ohne nennenswerten Kraftaufwand bedienen. Und auch der Einsatz im Grunde simpel: Sind die Kontaktstifte einmal angesetzt, reicht der simple Druck auf einen Knopf, um die elektrischen Impulse auszusenden. Hinzu kommt die abschreckende Funktion, die ein solches Gerät auf einen potentiellen Angreifer haben kann. So kann es schon reichen, den Elektroschocker nur zu zeigen und die Absicht kund zu tun, ihn im Notfall auch einzusetzen. Ist ein Einsatz unvermeidbar und richtig durchgeführt, ist ein Elektroschocker eine äußerst effektive Waffe zur Selbstverteidigung.

Rechtlicher Rahmen für Besitz, Einsatz und Erwerb von Elektroschockern

Es gibt einige gesetzliche Regelungen für den legalen Kauf und Besitz von Elektroschockern in Deutschland. So muss die Person, die ihn besitzt, mindestens 18 Jahre alt und die Waffe von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) geprüft worden sein. Ob dies der Fall ist, erkennt man an einem entsprechenden Gütesiegel auf dem Elektroschocker. Fehlt dieses Siegel, ist auch das Mitführen illegal und stellt einen Verstoß gegen das Waffengesetz dar, der mit hohen Strafen geahndet werden kann. Darüber hinaus muss der Elektroschocker als solche erkennbar sein. Das Mitführen eines beispielsweise als Taschenlampe getarnten Gerätes ist ebenfalls untersagt und wird geahndet. Ein Waffenschein oder eine Waffenbesitzkarte ist weder für den Kauf noch für den Besitz notwendig. Elektroschocker können entweder in einem Waffengeschäft oder im Internet gekauft werden. Gegenüber einem Online-Kauf bietet der Kauf bei einem Händler natürlich den Vorteil, dass dieser auch direkt beraten und etwaige Fragen beantworten kann. Der Einsatz eines Elektroschockers ist ausnahmslos als Mittel zur Selbstverteidigung gestattet. Denn nur in diesem Fall handelt der Besitzer in Notwehr und kann sich deshalb auf §32 im Strafgesetzbuch, den so genannten „Notwehrparagraphen“, berufen. Jedoch muss das Mittel zur Abwehr auch in einem gewissen Verhältnis zur Schwere des Angriffs stehen, da es ansonsten sein kann, dass ein Richter den Einsatz eines Elektroschockers als unverhältnismäßig ansieht und der Verteidiger selbst eine Strafe erhält.