Pfefferspray zur Selbstverteidigung

Was ist Pfefferspray?

Pfefferspray ist ein Reizgas, das in Sprühdosen erhältlich ist und zur Tierabwehr eingesetzt wird. Der im Pfefferspray verwendete Wirkstoff Oleoresin Capsicum, der aus Chilischoten gewonnen wird, machte das Spray als OC Spray bekannt.

Rechtlich muss in Deutschland zwischen Pfefferspray und anderen Reizsprühgeräten mit synthetischen Reizstoffen unterschieden werden, wie es auch der Pfefferspray Test aufzeigt. Letztere dürfen erst ab einem Alter von 14 Jahren benutzt werden. Dazu gehört auch das als Tränengas bekannte CS-Spray.

Wirkung

Pfefferspray darf in Deutschland nur zur Tierabwehr eingesetzt werden. Der darin enthaltene Wirkstoff Oleoresin Capsicum wirkt unmittelbar. Die Augen brennen schmerzhaft und röten sich. Es kommt zu Tränenfluss und Schwellung der Bindehaut. Da die Augen sofort geschlossen werden, führt Pfefferspray zu einer vorübergehenden Erblindung. Bei Kontakt mit der Haut kommt es zu Juckreiz, der je nach Dosis unterschiedlich stark ist und bis zu 48 Stunden anhalten kann. Die Haut rötet sich und brennt schmerzhaft. Beim Einatmen des Sprays kann es zu Husten und in seltenen Fällen zu Atemnot kommen. Asthmatiker sollten besonders umsichtig mit dem Spray umgehen, da bei ihnen eine Verkrampfung des Bronchialsystems auftreten kann. Die Anwendung über einen längeren Zeitraum führt zu einem verringerten Schmerzempfinden, was einen Wirkungsverlust zur Folge hat. Auch unter Drogeneinfluss kann die Wirkung von Pfefferspray herabgesetzt sein.

Erste Hilfe Maßnahmen

Ist es zum Kontakt mit Pfefferspray gekommen, sollte als Erstes der Wirkungsbereich verlassen werden. Betroffene Hautstellen spült man ungefähr 10 Minuten lang mit kaltem Wasser ab. Reiben ist zu vermeiden, da die Wirkung sonst verstärkt wird. Auch die Augen müssen mit Wasser ausgespült werden. Nach Augenkontakt ist eine ärztliche Untersuchung empfehlenswert. Mit Pfefferspray in Kontakt gekommene Kleidung sollte entfernt und gründlich gereinigt werden.

Verwendung

Pfefferspray wird zur Selbstverteidigung gegen aggressive Hunde oder Wildtiere eingesetzt. In den USA findet es bei der Abwehr von Bären Verwendung. In Deutschland darf Pfefferspray nur in Ausnahmefällen gegen Menschen eingesetzt werden. Dazu gehört Notwehr bei einem rechtswidrigen Angriff. Wird Pfefferspray ohne zwingenden Grund gegen Menschen eingesetzt, liegt gefährliche Körperverletzung vor und kann bestraft werden. Auch die Polizei darf bei einigen Einsätzen Pfefferspray anwenden. Dafür erhält sie Ausnahmegenehmigungen von den zuständigen Behörden. Besondere Vorsicht ist bei der Anwendung in geschlossenen Räumen angebracht. Dort besteht die Gefahr, dass man sich beim Ausbreiten des Gases im Raum selbst dem Reizstoff aussetzt.

Erwerb von Pfefferspray

Die Nachfrage nach Pfefferspray ist in den letzten Jahren gestiegen. Der Erwerb ist in Fachgeschäften und über das Internet möglich.

Seit einiger Zeit ist Pfefferspray auch in diversen Drogeriemärkten erhältlich. Pfefferspray ist ein Tierabwehrspray und enthält Oleoresin Capsicum. Es darf in Deutschland von Jedem und seit 2017 nur mit einem Mindestalter von 14 Jahren mitgeführt werden. Es gilt nicht als Waffe im Sinne des Waffengesetzes. Nur Reizstoffsprays, die ein amtliches Prüfzeichen des Physikalisch Technischen Bundesamtes (PTB) oder des Bundeskriminalamtes (BKA) aufweisen, dürfen eingesetzt werden.

Varianten

Pfefferspray wird vom Handel in drei Varianten angeboten.

  • Ein Gasgemisch verbreitet einen feinen Sprühnebel, der bis zu einem Meter reicht.
  • Bei einer Flüssigkeit kann ein feiner flüssiger Strahl bis zu fünf Meter weit gelenkt werden.
  • Als Schaum ist das Produkt weniger windempfindlich. Das klebrige Gemisch haftet besser an Getroffenen.

Österreich

In Österreich gilt Pfefferspray als Waffe im Sinne des Waffengesetzes. Der Besitz und das Mitführen von Pfefferspray ist erst ab einem Alter von 18 Jahren erlaubt. Es darf nur in Notsituationen eingesetzt werden.

Schweiz

In der Schweiz darf Pfefferspray nur an Personen ab 18 Jahren und mit Nachweis der Identität abgegeben werden. Es unterliegt dem Chemikaliengesetz.

Wichtig: Alle Angaben auf diesen Seiten ohne Gewähr! Bitte informieren Sie sich ggf. im Rahmen einer Rechtsberatung über die aktuelle Gesetzeslage!